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Dunlop Motorradreifen mit Potenzial im MotoGP

03.09.2006

August 2006 - Der Team Tech 3 Yamaha Pilot Carlos Checa blickt zuversichtlich auf das MotoGP Rennen in Sepang am 10. September. Er betont, Dunlop habe im Verlauf der Saison riesige Fortschritte bei der Reifenperformance erzielt und das gesamte Team sei auf dem besten Weg. Nach dem MotoGP Rennen in Brünn am 20. August sprach Jeremy Ferguson, Manager International Motorsport Dunlop Europe, mit Carlos Checa

Jeremy Ferguson: Carlos, zu Beginn der Saison hattest du ja noch Probleme mit deiner Schulterverletzung von 2004. Wie fühlst du dich denn jetzt?
Carlos Checa: Das Problem war gar nicht die alte Schulterverletzung. Während der Saisonvorbereitung war ich absolut fit. Aber beim ersten Grand Prix der Saison in Jerez bin ich samstags gestürzt und habe mich links am Brustkorb verletzt. Im Rennen wollte ich es dann doch wissen, und das hat die Sache nicht gerade besser gemacht. Bis zum China Grand Prix war ich noch nicht vollständig wieder hergestellt und hatte...

deshalb vor allem in schnellen Linkskurven Probleme, denn mir fehlte gerade beim Einlenken und Umlegen die Kraft. Bis zum Rennen in China war mein physischer Zustand unser Haupthemmnis. Nun bin ich wieder zu 100 Prozent fit.

J.F.: Wie funktioniert die Kombination Yamaha M1/Dunlop? Welches Potenzial siehst du darin?
C.C.: Am Anfang war es nicht einfach, aber nun haben wir die richtige Richtung eingeschlagen. Wir haben uns Schritt für Schritt nach vorn gearbeitet, Assen markiert dabei den Wendepunkt, denn seitdem kommen wir bei der Reifenentwicklung auch sichtbar mit Riesenschritten voran. Wobei man dazu sagen muss: Einer unserer kritischen Punkte waren sicherlich die Reifen, aber das Bike selbst hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Obwohl die Yamaha eine großartige Maschine ist, hat die 2006er M1 anfangs nicht so funktioniert, wie das alle erwartet hatten. Wir haben noch immer Probleme mit dem Chattering. Aber zum Glück verfügen sowohl Fahrzeug- als auch Reifenhersteller über riesiges Potenzial, und unsere Anstrengungen haben sich bezahlt gemacht.

J.F.: Welche Fortschritte siehst du bei der Performance der Maschine seit Saisonbeginn?
C.C.: Dieses Bike erlaubt unglaublich schnelle Richtungswechsel, und wir haben seit Beginn der Saison viele Fortschritte gemacht. Was uns noch fehlt, ist ein bisschen mehr Speed. Wir sind zwar kein offizielles Yamaha Team, aber Yamaha kümmert sich intensiv um uns und versucht, uns bei der Lösung der Vibrationsprobleme zu helfen.

J.F.: Welche Fortschritte siehst du bei der Performance der Dunlop Reifen seit Saisonbeginn?
C.C.: Dunlop hat die Reifen in allen Belangen optimiert. Zu Saison¬beginn bewegten wir uns alle auf Neuland, aber wir kamen gut und schnell voran. Wir verstehen uns ausgezeichnet, und auch das Feedback ist hervorragend. Durch bessere Karkassen, bessere Profile und Mischungen haben wir nun mehr Auflagefläche und Grip in Schräglage, eine bessere Performance und eine höhere Standfestigkeit. Es ist einfach alles besser als am Anfang.

J.F.: Wie sieht es mit dem Abstand zur Konkurrenz aus? Welche Fortschritte bei der Race Performance habt ihr nach den ersten elf Rennen erzielt?
C.C.: Wir können uns noch nicht mit unseren Konkurrenten vergleichen, denn sie haben mehr Erfahrung und größere Ressourcen. Wenn man aber von Fortschritten sprechen will, dann ist die harte Arbeit, die Dunlop geleistet hat, am deutlichsten sichtbar. Am Anfang der Saison haben wir pro Runde etwa zwei Sekunden verloren, nun nur noch eine halbe. Es ist uns durchaus bewusst, dass es noch schwieriger wird, diese Zehntel aufzuholen, aber wir arbeiten konsequent daran.

J.F.: Wie beurteilst du den Grip und die Standfestigkeit der Dunlop Rennreifen?
C.C.: In beiden Punkten sind wir unserem Entwicklungsziel deutlich näher gekommen. Das heißt, dass wir dank neuer Mischungen heute weniger Probleme mit der Standfestigkeit haben als bei den ersten Rennen. Der Grip ist immer streckenspezifisch, und für die neue Kombination Dunlop/Yamaha M1 ist es schwierig, die Strecken¬kenntnisse von Dunlop aus der letzten Saison als Referenz zu nehmen. Wir haben Fortschritte erzielt und müssen das auch weiter¬hin tun, um bessere Startpositionen und bessere Rennresultate zu erzielen.

J.F.: Inwieweit bist du in die Entwicklung neuer Reifen eingebunden?
C.C.: In die Reifenentwicklung bin ich unmittelbar involviert, das zählt schließlich zu meinen Aufgaben. Ich bin stolz darauf, dass unsere Reifen mit Hilfe meiner Beurteilungen und der Ratschläge von Dunlop immer besser funktionieren. Zu jedem Test bringen die Dunlop Ingenieure eine Vielzahl unterschiedlicher Reifen mit, und nach dem Training oder dem Rennen teile ich ihnen meine Eindrücke mit, um den Entwicklungsprozess neuer Reifen zu beschleunigen.

J.F.: Vor kurzem hast du die Zentrale von Dunlop Motorsports in Birmingham besucht und dich über die neuesten Entwicklungen informiert. Welchen Eindruck hast du von der Dunlop Reifen-Technologie?
C.C.: Es hat mich wirklich sehr beeindruckt, wie dort neue Reifen entwickelt und produziert werden. Am Ende des Tages schwirrte mir der Kopf von all den technischen Erläuterungen.

J.F.: Welche Erwartungen hast du an den Rest der Saison?
C.C.: Wir müssen bei der Entwicklung von Reifen und Motorrad noch weiter voran kommen und die Lücke zu den führenden Jungs schließen. Es ist nicht so wichtig, welchen Platz wir am Ende der Saison einnehmen. Wir haben unsere langfristigen Ziele und wir müssen Rennen für Rennen konkurrenzfähiger zu werden. Wenn wir dann noch ein gutes Resultat einfahren, wäre das natürlich perfekt.

J.F.: Wie sehr liegt dir das Automotodrom hier in Brünn?
C.C.: Dieser Racetrack gehört zu meinen Favoriten. Hier herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre, und die Streckenführung ist toll. Allerdings benötigt man hier viel Motorleistung und muss rund fahren, ähnlich wie in der 250er Klasse.

J.F.: War das Automotodrom in Brünn eine gute Strecke für Yamaha und Dunlop? C.C.: Ursprünglich haben wir angenommen, dass die Strecke gut zur Yamaha passt, aber dann haben uns Vibrationen zu schaffen gemacht. Im Prinzip sind für die Kombination Yamaha/Dunlop alle Strecken ?neu? und es lässt sich nie vorher sagen, ob eine Strecke passt oder nicht. Am ersten Arbeitstag hier konnten wir nicht an unsere guten Resultate vor der Sommerpause anknüpfen. Nach¬mittags gelang uns ein großer Schritt nach vorn, aber der zweite Tag verlief wieder ziemlich frustrierend. Am Sonntag schien es dann nach einigen Veränderungen zunächst zu funktionieren. Bei den kommenden Rennen erwarten wir, wieder konkurrenzfähiger zu sein.

J.F.: Welche Rennstrecke magst du besonders?
C.C.: Laguna Seca ist noch immer mein Favorit, gefolgt von Catalunya und Assen, obwohl die Modifikationen dort die Strecke verschlechtert haben.

J.F.: In Deutschland veranstalten Yamaha und Dunlop eine Nachwuchs-Rennserie. Was hältst du davon und wie beurteilst du das Engagement von Yamaha und Dunlop bei einem solchen Cup?
C.C.: Es ist unglaublich wichtig, dass die Hersteller junge, talentierte Fahrer fördern. Heutzutage eröffnen sich den Youngstern ganz andere Möglichkeiten. Gleichzeitig haben sie es schwerer, denn der Konkurrenzkampf unter ihnen ist härter. Das wirkt sich allerdings positiv auf unseren Sport aus.

J.F.: Welche Tipps und Ratschläge gibst du dem Nachwuchs mit auf den Weg?
C.C.: Wenn es das ist, was sie wirklich wollen, müssen sie sich richtig anstrengen und dürfen niemals aufgeben.

J.F.: Fährst du eigentlich auch noch auf öffentlichen Straßen Motorrad? Welches Bike magst du am liebsten und warum?
C.C.: So gut wie nie. Ich habe zwar Motocross, Enduro und Supermoto Maschinen, aber ich nutze sie nur zum Trainieren. Mein Lieblingsbike? Zweilfelsohne die Yamaha M1 mit Dunlop Reifen. Das ist einfach mein Bike und wir haben ein ganz besonderes Verhältnis zueinander.

J.F.: Möchtest du noch deinen deutschen Yamaha Fans etwas sagen?
C.C.: Ich danke ihnen für ihre Unterstützung und ihre große Begeisterungsfähigkeit in all den Jahren.